Geschichte und aktuellen Stand

Anfang Februar 2020 hatte die Montessori-Fördergemeinschaft Wetterau mit Sitz in Friedberg den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Vorstand um Philipp Seidenberger zog die Notbremse. Altschulden belasteten die Bilanz, der alte Vorstand habe die Schieflage lange nicht öffentlich gemacht. In einer Planinsolvenz sah der Vorstand die Chance, die Altschulden abzubauen.

Wie Insolvenzverwalter Dr. Jan Markus Plathner mitteilt, übernimmt die »Gemeinsam Montessori Leben GbR« die Geschäfte der insolventen Montessori Fördergemeinschaft Wetterau. Er hat mit dem neuen Investor einen Kaufvertrag über die wesentlichen Vermögensgegenstände der insolventen Montessori Fördergemeinschaft geschlossen. Mit der »Gemeinsam Montessori Leben GbR« wurde auch ein Vertrag über die Nutzung des Grundstücks nebst Gebäuden abgeschlossen (Kinderhaus, Grundschule und Turnhalle).

Das Fortbestehen des Kinderhaus- und Schulbetriebs und aller 39 Arbeitsplätze sei gesichert, teilt Plathner mit. »Wir freuen uns, auch in der derzeit schwierigen Situation eine Lösung für den Verein gefunden zu haben.

Montessori-Schule Friedberg: 39 Arbeitsplätze gesichert

Am pädagogischen Konzept nach Maria Montessori werde sich nichts ändern, heißt es weiter. Die »Gemeinsam Montessori Leben GbR« habe es sich »in diesen schwierigen Zeiten zum Ziel gesetzt, den Kinderhaus- und Schulbetrieb zukunftsfähig fortzuführen und so die Wetterauer Bildungslandschaft weiterhin abwechslungsreich mitzugestalten«. Der Montessori-Campus im Friedberger Gewerbegebiet West solle weiterhin Kindern zur Verfügung stehen.

Nachdem das Insolvenzverfahren im April eröffnet wurde, hat die Stadt ihr Interesse an einem Kauf des Geländes bekundet. Um dann neben der bestehenden Kita weitere Plätze für die Kinderbetreuung zu schaffen. Bis zu 250 Kindern könnten sich hier einmal tummeln.

Diese Pläne würden aber bedeuten, dass die Grundschule geschlossen werden müsste und für Kindergarten ein nahtloser Betrieb unmöglich wäre.

Und jetzt?. »Wir hoffen auf einen Runden Tisch mit dem Rathaus, um eine gemeinsame Lösung zu finden.« Man verstehe die Notlage der Stadt, die dringend neue Kita-Plätze schaffen muss. »Aber wir sind ein Teil der Gesamtlösung«, sagt Grundschulleiterin Daniele Hildebrand.

Es geht um mehr als nur um ein Gebäude

Den Montessori-Vertretern geht es um mehr als nur um ein Gebäude. Es geht um die Idee, die hinter der Montessori-Pädagogik steckt, die nicht nach vier Jahren Kindergarten aufhört, wie Schulleiterin Hildebrand sagt. Die Montessori-Pädagogik erziehe Kinder zur Selbständigkeit. Das Motto »Hilf mir, es selbst zu tun« stehe nicht nur auf dem Papier, es werde auch gelebt. Die Grundschulkinder werden in jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet, die zwei oder drei Lehrkräfte pro Klasse gehen individuell auf jedes Kind ein.

Ende 2020 hat der Träger der beiden Einrichtungen mit einem Immobilieninvestor ein Kaufangebot für die Immobilien abgegeben, würde die Räumlichkeiten dann langfristig an Montessori vermieten und zusätzlich noch eine neue KiTa auf dem Nachbargrundstück bauen. Die Einrichtungen könnten so am jetzigen Standort bestehen bleiben.

Diese Lösung wäre ein kostengünstiger Weg für die Stadt Friedberg, neue Betreuungsplätze zu schaffen, ohne bereits vorhandene Plätze zu eliminieren und dabei noch eine Grundschule zu verdrängen.

Seitdem wird es auf eine Antwort von der Stadt gewartet.

Der Mietvertrag läuft aber Ende August aus. Damit auch die Genehmigung für Kindergarten und Grundschule weiterzutreiben. Wir Eltern leben seit langem in Unsicherheit und jetzt droht ein plötzliches Ende des Betriebs.

Die Eltern der Einrichtungen fordern, dass die Stadt sicherstellt, dass das einzige reformpädagogische Konzept im Raum Friedberg am erhalten bleibt. Das kann sie z.B. tun indem sie
a) ihr Kaufangebot zurück zieht
oder
b) rechtzeitig einen langfristigen Mietvertrag mit dem Träger der Einrichtungen abschließt

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